Wo die Spenden ankommen: Mouna Sabbagh (Mitte) und Begleiterin Cornelia Reichl trafen auf ihrer Syrienreise eine Vertreterin der Hilfsorganisation Nama, die der Verein „Hilfe für Aleppo“ mit Patenschaften für Waisenfamilien untersützt. −Foto: Sabbagh

Mouna Sabbagh vom Verein „Hilfe für Aleppo“ informiert sich auf einer Syrienreise über Hilfsprojekte

Über die Hilfsprojekte des Vereins „Hilfe für Aleppo“ und die richtige Verwendung der Spendengelder hat sich Vorsitzende Mouna Sabbagh auf einer Syrienreise informiert. Sie und ihre Begleiterin Cornelia Reichl sowie Sohn Josef Schaller erzählen in Schreiben an die Spender auf bewegende Weise über ihre Erlebnisse, Erfahrungen und das Wirken der Arbeit des Vereins.

„Die Bilder der zerstörten Stadt Aleppo haben sich noch tagelang nach meiner Rückkehr vor die grünen Wälder und Wiesen meiner niederbayerischen Heimat geschoben“, schreibt Cornelia Reichl über ihre Eindrücke. Sie fragt sich, wie es die Menschen dort schaffen mit der Not an allen Ecken und dem Existenzkampf, zu leben und zugleich das Herz offen zu halten. Es sei wohl das tiefe Verwurzeltsein in der Religion und Familie, das ihnen Kraft gibt.

Mouna Sabbagh und Cornelia Reichl schauten Mune, einer syrischen Helferin, über die Schulter. Sie begleiteten sie zu den Ärmsten der Armen, zu den Witwen und ihren Kindern, zu den Kranken. Berührend sei für sie gewesen, dass diese Menschen trotz ihrer Not aufrecht blieben, „in ihrer Würde stehend“, schildert Reichl. Sie habe gesehen, gehört und gespürt, wie Spenden verteilt werden und ankommen, angenommen werden, wie nötig die „Hilfe für Aleppo“ ist.

„Der jetzige Syrien-Besuch war für mich eine sehr aufwühlende Konfrontation mit schmerzhaften, unangenehmen Anteilen“, berichtet Josef Schaller, der nach zwölf Jahren mit seiner Mutter Syrien wieder besuchte. Er habe Menschen mit tiefsitzenden Traumata und Verzweiflung über die eigene Machtlosigkeit sowie Armut und Zerstörung gesehen. Auch Wut über Missstände und Benachteiligungen, zum Beispiel darüber, „dass bis auf ein paar ‚Außenseiter‘ so gut wie niemand mehr Geschäfte mit Syrien macht, habe er erlebt. Darunter habe sich Hoffnungslosigkeit gemischt, „weil in den letzten elf Jahren die Lebensbedingungen Jahr für Jahr schwieriger wurden und der Rest der Welt wegzuschauen scheint“. Dennoch habe er auch die „Schönheit des Lebens“ ausmachen können: spielende Kinder, neugierige Gesichter, Freude und Überraschung über den Besuch und auch Offenheit, obwohl jede und jeder einzelne um das Überleben kämpfe.

Die meisten Menschen sorgten sich vor dem Morgen, fragten, ob sie genug zu essen haben, ob das Geld reicht, um die nächste Stromrechnung zu zahlen, wo sie die Mittel hernehmen, um über den Monat zu kommen, erinnert sich Schaller. Regelmäßig seien sie angesprochen worden, ob sie nicht eine Kleinigkeit geben können. Es seien Leute gewesen, die zum Überleben Plastiktüten aus den Müllcontainern fischten und Landwirte, die das bisschen Gemüse verkauften, das die noch verbliebenen Felder hergeben oder Familien, denen das Geld trotz der Anstellung als Lehrkraft nicht reicht.

Mit finanziellen Unterstützungen schenke der Verein „Hilfe für Aleppo“ einen kleinen Lichtblick, teilt Schaller mit. Eine regelmäßige Gabe des Vereins könne das „Lebensfeuer“ der Kriegsopfer aufgrund der Anteilnahme wieder zum Glimmen bringen. „Das Schlimmste für die Menschen wäre das Nicht-gesehen- und Vergessen-werden.“

Theresia Wildfeuer 14.06.2022 | Stand 13.06.2022, 22:13 Uhr Passau

Wo die Spenden ankommen: Mouna Sabbagh (Mitte) und Begleiterin Cornelia Reichl trafen auf ihrer Syrienreise eine Vertreterin der Hilfsorganisation Nama, die der Verein „Hilfe für Aleppo“ mit Patenschaften für Waisenfamilien untersützt. −Foto: Sabbagh

Mouna Sabbagh vom Verein „Hilfe für Aleppo“ informiert sich auf einer Syrienreise über Hilfsprojekte

Über die Hilfsprojekte des Vereins „Hilfe für Aleppo“ und die richtige Verwendung der Spendengelder hat sich Vorsitzende Mouna Sabbagh auf einer Syrienreise informiert. Sie und ihre Begleiterin Cornelia Reichl sowie Sohn Josef Schaller erzählen in Schreiben an die Spender auf bewegende Weise über ihre Erlebnisse, Erfahrungen und das Wirken der Arbeit des Vereins.

„Die Bilder der zerstörten Stadt Aleppo haben sich noch tagelang nach meiner Rückkehr vor die grünen Wälder und Wiesen meiner niederbayerischen Heimat geschoben“, schreibt Cornelia Reichl über ihre Eindrücke. Sie fragt sich, wie es die Menschen dort schaffen mit der Not an allen Ecken und dem Existenzkampf, zu leben und zugleich das Herz offen zu halten. Es sei wohl das tiefe Verwurzeltsein in der Religion und Familie, das ihnen Kraft gibt.

Mouna Sabbagh und Cornelia Reichl schauten Mune, einer syrischen Helferin, über die Schulter. Sie begleiteten sie zu den Ärmsten der Armen, zu den Witwen und ihren Kindern, zu den Kranken. Berührend sei für sie gewesen, dass diese Menschen trotz ihrer Not aufrecht blieben, „in ihrer Würde stehend“, schildert Reichl. Sie habe gesehen, gehört und gespürt, wie Spenden verteilt werden und ankommen, angenommen werden, wie nötig die „Hilfe für Aleppo“ ist.

„Der jetzige Syrien-Besuch war für mich eine sehr aufwühlende Konfrontation mit schmerzhaften, unangenehmen Anteilen“, berichtet Josef Schaller, der nach zwölf Jahren mit seiner Mutter Syrien wieder besuchte. Er habe Menschen mit tiefsitzenden Traumata und Verzweiflung über die eigene Machtlosigkeit sowie Armut und Zerstörung gesehen. Auch Wut über Missstände und Benachteiligungen, zum Beispiel darüber, „dass bis auf ein paar ‚Außenseiter‘ so gut wie niemand mehr Geschäfte mit Syrien macht, habe er erlebt. Darunter habe sich Hoffnungslosigkeit gemischt, „weil in den letzten elf Jahren die Lebensbedingungen Jahr für Jahr schwieriger wurden und der Rest der Welt wegzuschauen scheint“. Dennoch habe er auch die „Schönheit des Lebens“ ausmachen können: spielende Kinder, neugierige Gesichter, Freude und Überraschung über den Besuch und auch Offenheit, obwohl jede und jeder einzelne um das Überleben kämpfe.

Die meisten Menschen sorgten sich vor dem Morgen, fragten, ob sie genug zu essen haben, ob das Geld reicht, um die nächste Stromrechnung zu zahlen, wo sie die Mittel hernehmen, um über den Monat zu kommen, erinnert sich Schaller. Regelmäßig seien sie angesprochen worden, ob sie nicht eine Kleinigkeit geben können. Es seien Leute gewesen, die zum Überleben Plastiktüten aus den Müllcontainern fischten und Landwirte, die das bisschen Gemüse verkauften, das die noch verbliebenen Felder hergeben oder Familien, denen das Geld trotz der Anstellung als Lehrkraft nicht reicht.

Mit finanziellen Unterstützungen schenke der Verein „Hilfe für Aleppo“ einen kleinen Lichtblick, teilt Schaller mit. Eine regelmäßige Gabe des Vereins könne das „Lebensfeuer“ der Kriegsopfer aufgrund der Anteilnahme wieder zum Glimmen bringen. „Das Schlimmste für die Menschen wäre das Nicht-gesehen- und Vergessen-werden.“

Theresia Wildfeuer 14.06.2022 | Stand 13.06.2022, 22:13 Uhr Passau

Wo die Spenden ankommen: Mouna Sabbagh (Mitte) und Begleiterin Cornelia Reichl trafen auf ihrer Syrienreise eine Vertreterin der Hilfsorganisation Nama, die der Verein „Hilfe für Aleppo“ mit Patenschaften für Waisenfamilien untersützt. −Foto: Sabbagh

Mouna Sabbagh vom Verein „Hilfe für Aleppo“ informiert sich auf einer Syrienreise über Hilfsprojekte

Über die Hilfsprojekte des Vereins „Hilfe für Aleppo“ und die richtige Verwendung der Spendengelder hat sich Vorsitzende Mouna Sabbagh auf einer Syrienreise informiert. Sie und ihre Begleiterin Cornelia Reichl sowie Sohn Josef Schaller erzählen in Schreiben an die Spender auf bewegende Weise über ihre Erlebnisse, Erfahrungen und das Wirken der Arbeit des Vereins.

„Die Bilder der zerstörten Stadt Aleppo haben sich noch tagelang nach meiner Rückkehr vor die grünen Wälder und Wiesen meiner niederbayerischen Heimat geschoben“, schreibt Cornelia Reichl über ihre Eindrücke. Sie fragt sich, wie es die Menschen dort schaffen mit der Not an allen Ecken und dem Existenzkampf, zu leben und zugleich das Herz offen zu halten. Es sei wohl das tiefe Verwurzeltsein in der Religion und Familie, das ihnen Kraft gibt.

Mouna Sabbagh und Cornelia Reichl schauten Mune, einer syrischen Helferin, über die Schulter. Sie begleiteten sie zu den Ärmsten der Armen, zu den Witwen und ihren Kindern, zu den Kranken. Berührend sei für sie gewesen, dass diese Menschen trotz ihrer Not aufrecht blieben, „in ihrer Würde stehend“, schildert Reichl. Sie habe gesehen, gehört und gespürt, wie Spenden verteilt werden und ankommen, angenommen werden, wie nötig die „Hilfe für Aleppo“ ist.

„Der jetzige Syrien-Besuch war für mich eine sehr aufwühlende Konfrontation mit schmerzhaften, unangenehmen Anteilen“, berichtet Josef Schaller, der nach zwölf Jahren mit seiner Mutter Syrien wieder besuchte. Er habe Menschen mit tiefsitzenden Traumata und Verzweiflung über die eigene Machtlosigkeit sowie Armut und Zerstörung gesehen. Auch Wut über Missstände und Benachteiligungen, zum Beispiel darüber, „dass bis auf ein paar ‚Außenseiter‘ so gut wie niemand mehr Geschäfte mit Syrien macht, habe er erlebt. Darunter habe sich Hoffnungslosigkeit gemischt, „weil in den letzten elf Jahren die Lebensbedingungen Jahr für Jahr schwieriger wurden und der Rest der Welt wegzuschauen scheint“. Dennoch habe er auch die „Schönheit des Lebens“ ausmachen können: spielende Kinder, neugierige Gesichter, Freude und Überraschung über den Besuch und auch Offenheit, obwohl jede und jeder einzelne um das Überleben kämpfe.

Die meisten Menschen sorgten sich vor dem Morgen, fragten, ob sie genug zu essen haben, ob das Geld reicht, um die nächste Stromrechnung zu zahlen, wo sie die Mittel hernehmen, um über den Monat zu kommen, erinnert sich Schaller. Regelmäßig seien sie angesprochen worden, ob sie nicht eine Kleinigkeit geben können. Es seien Leute gewesen, die zum Überleben Plastiktüten aus den Müllcontainern fischten und Landwirte, die das bisschen Gemüse verkauften, das die noch verbliebenen Felder hergeben oder Familien, denen das Geld trotz der Anstellung als Lehrkraft nicht reicht.

Mit finanziellen Unterstützungen schenke der Verein „Hilfe für Aleppo“ einen kleinen Lichtblick, teilt Schaller mit. Eine regelmäßige Gabe des Vereins könne das „Lebensfeuer“ der Kriegsopfer aufgrund der Anteilnahme wieder zum Glimmen bringen. „Das Schlimmste für die Menschen wäre das Nicht-gesehen- und Vergessen-werden.“

Theresia Wildfeuer 14.06.2022 | Stand 13.06.2022, 22:13 Uhr Passau